Vorhang auf für das Glück

Der Wecker klingelt. Es ist 6 Uhr. Müde quäle ich mich mit halb geöffneten Augen aus meinem Bett, ein kurzer Besuch im Badezimmer und danach gehe ich entschlossen in den Keller und ziehe mir meine Gummistiefel an. Dann geht es die Treppe wieder hoch in den Garten. Ich schnappe mir einen leeren Eimer und schon geht es los – ich sammle Schnecken. Eins, zwei drei….es werden immer mehr, bis mindestens 50 Schnecken in meinem Eimer sind. Was ich später mit den Schnecken mache, möchte ich euch an dieser Stelle ersparen. Das wiederholt sich jeden Tag – morgens und abends – seit mindestens 5 Wochen. Zeitaufwand täglich mindestens 1,5 Stunden. Das sind dann bisher mindestens 52,5 Stunden. Und die ganze Aktion wegen 2 Stauden Petersilie, 2 Stauden Schnittlauch, 2 Stauden Rucola, 1 Staude Zuckererben, 1 x essbare Blütenmischung und 1 Staude Zuccini (die schon 1 x ausgetauscht wurde, da trotz Sammeln zerfressen). Das Schneckenkorn im Beet wird auch vollkommen ignoriert. 
Wer verdammt hatte die blöde Idee dieses Jahr ein Frühbeet anzulegen. ICH! Zu Beginn war ich noch positiv gestimmt und hatte nur noch ein Ziel: Sämtliche Nacktschnecken auf dieser Erde zu vernichten und diese Spezie auszurotten. Schnell landete ich wieder auf dem Boden der Tatsachen. Es wurden einfach nicht weniger.
Ich mag nicht mehr. Jetzt ist Schluss. Ab sofort widme ich mich wieder den schönen Dingen und überlasse den Schnecken das Beet.  Ich lasse mir mein Wochenglück doch nicht von diesen Nacktschnecken zerstören.
Leider gibt es heute keine Fotos für das Wochenglück von Denise, da ich vor lauter Schnecken sammeln nicht zum Fotografieren gekommen bin. 
Glückszitat